Samstag, 16. Oktober 2010

Untersuchungsmöglichkeiten

Untersuchungsmethoden
Die Untersuchung des Blutwertes ist auf jeden Fall zu ungenau - hier werden auch B12-Analoga erfasst. Empfehlenswert ist beispielsweise die Untersuchung des HoloTCII-Wertes. Da Ärzte sich in der Regel selbst nicht mit diesem Thema auskennen, am besten dem folgenden Link folgen, ausdrucken und mit zum Arzt nehmen:  

http://www.wagnerstibbe.de/fileadmin/Dateien/PDF/Aerztliche_Rundschreiben/Vitamin_B12_Mangel.pdf



Beim Auftreten von einem Mangel kann es schon zu spät sein, weil irreversible Schäden zurückbleiben können. Daher empfiehlt die VGÖ regelmäßige Tests im Abstand von 2 bis 3 Jahren, um den B12 Status festzustellen:

Empfohlene Tests


Die Blutserumsanalyse ist seit langem der Standardtest was B12 Analyse betrifft. Es werden der Vitamin-B12- und Folsäurespiegel im Blut gemessen. Dieses Verfahren hat zwei Schwachpunkte: Erstens wird kein Unterschied zwischen den bioaktiven (TCII-gebunden) und bioinaktiven Formen (TCI- oder TCIII-gebunden), die im Blut vorhanden sind, gemacht (siehe auch →Resorption, Speicherung und Ausscheidung). Und zweitens hängt die Blutkonzentration auch von Faktoren wie zuletzt verspeisten Lebensmitteln ab.

Der Gesamtstatus sagt deshalb nichts über die (allein relevante) Höhe der bioaktiven Formen aus. Gibt es viele bioaktive und wenige bioinaktive kann u.U. ein niedriger Serumwert festgestellt werden, obwohl kein Mangel vorliegt. Im umgekehrten Fall wird eventuell kein Mangel festgestellt, obwohl einer vorliegt. Insbesondere während der Schwangerschaft fällt der Serumwert, was aber, wie gesagt, keine sichere Aussagen macht. Die Grenzwerte liegen bei 139 – 651 pmol/l. Außerdem gibt es verschiedene Testsysteme und Referenzbereiche und jeder Mensch hat unterschiedliche Schwellenwerte, ab denen Gefahr droht. Als Indikator kann der Test aber trotzdem einen gewissen Wert haben. In jedem Fall sollte ein weiterer Test der drei nachfolgend beschriebenen Verfahren durchgeführt werden.

Die Krankenkasse zahlt eine B12 Serumserhebung, wenn der Arzt oder die Ärztin den Test genehmigt. In der Regel genehmigen genehmigt die Arztperson den Test unter Angabe eines Vorwandes. Meist reicht es dem Arzt/ der Ärztin zu sagen man ist vegan und will aus den und den Gründen einen Bluttest.

Homocysteinspiegelbestimmung. Auch HCY-Test. Da durch einen Vitamin-B12-Mangel der intrazelluläre Umbau von Homocystein zu Methionin gestört ist, erhöht sich der Homocystein-Spiegel im Blut. Allerdings kann ein erhöhter Homocystein-Spiegel auch andere Ursachen haben, wie Folsäure- oder Vitamin-B6-Mangel, unterschiedliche Erkrankungen (Hypothyreose, kardiovaskuläre Krankheiten) oder Medikamenteneinnahme, sodass sein Ergebnis mit parallelen Tests, die Nebenursachen ausschließen, verbessert werden kann. Der Wert sollte zwischen 5,1 und 13,9 µmol/Liter liegen. Männer haben in der Regel höhere Werte als Frauen vor der Menopause (nach der Menopause steigen sie an), außerdem sind die Werte aus Serumproben in der Regel höher als die aus Plasmaproben. Bei älteren Menschen ist der Homocysteinwert grundsätzlich hoch, für sie eignet sich dieser Test nicht.

Ein hoher Homocysteinspiegel ist u.a. schlecht für das Herz-Kreislaufsystem (ganz abgesehen von den direkten Schäden des Nervensystems durch B12-Mangel). In Verbindung mit einem Blutserumstest können schon ziemlich gute Rückschlüsse auf der wahren B12 Status gezogen werden. Homocysteintest werden nicht von der Krankenkasse gezahlt, auch nicht wenn der Arzt/ die Ärztin es bewilligt. Ein Test kostet 20 Euro extra, aber es zahlt sich aus.

HoloTC-Test.  Dieser Test dient der Bestimmung der Holotranscobalamin II-Konzentration. Da die bioaktive Form an Transcobalamin II gebunden ist (siehe →Resorption, Speicherung und Ausscheidung), kann dadurch der Status an bioaktivem Vitamin B12 recht gut ermittelt werden. Der Wert sollte über 50 pmol/Liter liegen, liegt er darunter, sollte der MMA-Test durchgeführt werden.

Urin- und Serum-MMA-Test. Auch uMMA- bzw. sMMA-Test. Hierüber wird die Methylmalonsäure-Konzentration (Methylmalonic Acid = MMA) bestimmt, da bei einem Vitamin-B12-Mangel verstärkt Methylmalonsäure nicht mehr intrazellulär abgebaut, sondern an das Blut abgegeben und über den Urin ausgeschieden wird. Hiermit kann auch eine Nierenfunktionsstörung nachgewiesen werden, falls trotz Vitamin-B12-Supplementierung der MMA-Spiegel weiterhin hoch ist. Falsche niedrige Werte entstehen bei einer Darmsterilisation, falsch erhöhte Werte bei Wassermangel. Der Wert wird nicht durch Folsäuremangel beeinflusst.
Die Konzentration beim Serum-MMA-Test sollte 73 bis 271 nmol Methylmalonsäure je Liter Blut betragen. Die Konzentration beim Urin-MMA-Test wird über Kreatinin gemessen und sollte unter 3,8 µg Methylmalonsäure je mg Kreatinin bzw. unter 3,6 µmol Methylmalonsäure je mmol Kreatinin liegen. MMA-Tests sind im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr verbreitet.

Nicht empfohlene Tests


Blutbilduntersuchung. Gibt es in den Varianten des kleinen und großen Blutbilds. Ein hoher →Folsäurespiegel (den die meisten Veganer haben, der aber ansonsten von Vorteil ist) verdeckt die Anämie als Folge eines Vitamin-B12-Mangels, deshalb kann es vorkommen, daß im Blutbild keine Anämie festgestellt wird, obwohl ein Mangel vorliegt. Bei einem kleinen Blutbild wird dabei ohnehin weder der Folsäure- noch der Vitamin-B12-Spiegel gemessen, sondern die Anzahl und Gesundheit der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die Hämoglobin-Konzentration usw.

Klassischer Schillingtest. Das ist ein Test zur Bestimmung der Vitamin-B12-Resorption und wird mit radioaktivem Cyanocobalamin sowie mit und ohne Intrinsic-Faktor-Gabe durchgeführt, um einen Intrinsic-Faktor-Mangel widerlegen oder bestätigen zu können. Aufgrund der Schwierigkeit der Ursachenfindung einer Resorptionsstörung (siehe →Ursachen für B12 Mangel), ist das Ergebnis nur bedingt aussagekräftig und kann zudem durch unvollständige Urinsammlung sowie durch chronische Niereninsuffizienz verfälscht werden. Außerdem ist die Strahlenbelastung, die sich während Schwangerschaft und Stillzeit sowieso verbietet, nicht völlig harmlos.

Nahrungsschillingtest. Ist nicht nur ebenso ungenau wie der klassische, sondern darüber hinaus unvegan, da die das Cobalamin bindenden Proteine aus nichtmenschlichen Leichenteilen oder Hühnereiern stammen.

Gastroskopie. Dient zur Bestätigung von Gastritis, die →Ursache für einen Mangel sein kann, macht aber keine Aussagen über die Funktionsfähigkeit der Magenschleimhaut und damit über die Effizienz der Resorption. Der Vitamin-B12-Status wird hierbei ohnehin nicht gemessen.


Weiterführende Informationen

Es gibt eine sehr informative Seite, in der Adressen von Laboren, die den HoloTCII-Wert bestimmen, zu finden ist. Außerdem steht dort, was welcher Wert bedeutet (was sehr sinnvoll ist zu wissen, da das der Arzt ja vermutlich erstmal auch nicht weiß, da er in der Regel nichtmals was von HoloTCII gehört haben dürfte...). Zudem gibt es da ein sehr übersichtliches Schema zu einer sinnvollen Vorgehensweise der Untersuchung. Dort wird empfohlen, zunächst den HoloTCII-Wert zu testen. Ja nach Ergebnis wird dann auch noch der MMA-Wert untersucht:

http://www.wagnerstibbe.de/fileadmin/Dateien/PDF/Aerztliche_Rundschreiben/Vitamin_B12_Mangel.pdf

[www.vegan.at]

Kommentare:

  1. Den Urin MMA-Test kann man auch online bestellen und spart sich somit den Gang zum Arzt bzw. langes Sitzen im Wartezimmer. Es handelt sich um einen medizinischen Labortest inklusive wissenschaftlicher Auswertung. Im Preis ist bereits alles inbegriffen.
    Anbieter-Empfehlung: http://www.fairvital.com/product_info.php?products_id=932

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  2. Wer sind die AutorInnen der ärztlichen Information?

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